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Zur Waffenpflege

Folgender Artikel stammt von Dr. Hermann Bohn (nancl.myweb.hinet.net). Mit freundlicher Genehmigung des Autors.

Beim alltäglichen Üben moderner Faustkampfkunst-Adepten spielt der Faktor Zeit meist eine sehr große Rolle. Wer nicht gerade professioneller Kampfkünstler, Lehrer oder Kämpfer ist, der kennt die Problematik, neben einem Hauptberuf die üblicherweise für traditionelle chinesische Kampfkünste sehr aufwendigen Trainingsphasen für die unterschiedlichen Disziplinen im normalen Tagesablauf unterzubringen. Aus diesem Grunde empfehlen wir für die tägliche Übung von Waffenformen unsere Übungswaffen, deren vollständige Verchromung ein zusätzliches langes Pflegen der Waffen praktisch gänzlich unnötig macht. Gelegentliches Polieren mit einem feinen Baumwolltuch ist vollkommen ausreichend, aber nicht einmal diese Schnellpflege ist unbedingt notwendig. Selbst wenn Schweiß und Hautfett auf die Klinge gelangen, kommt es zu keinerlei Korrodierung, nur der Glanz wird dadurch reduziert.

Wer sich nach längerer Auseinandersetzung mit den chinesischen Waffenkünsten langsam zum Experten im Umgang mit oder im bloßen Sammeln und Bewundern von Klingen entwickelt hat, der kann dann oft der Faszination hochwertiger, antiker oder auch moderner Waffen nicht mehr widerstehen oder will aus Fengshui- 風水-Gründen eine besondere Klinge an einer besonderen Stelle seiner Wohnung, seines Geschäfts oder Büros positionieren. In diesem Fall muss man dann zunächst zwischen modernen Waffen aus hochwertigen, harten und meist wenig rostanfälligen Stahlsorten (aus rostfreiem weißen Eisenstahl), die wie die verchromten Übungswaffen kaum einer Pflege bedürfen, und traditionellen Waffen unterscheiden.

Wählt man aber dann eine antike Klinge oder einen modernen Nachbau mit mehrfach gefaltetem Stahl oder verschmiedeten, unterschiedlich harten bzw. weichen Stahlsorten für Härte und Elastizität (aus oxidiertem scharfen Karbonstahl), die dazu auch noch ausgeschliffen sind, so kommen diese Waffen ohne Pflege leider nicht aus. Die bei solchen Waffen verwendeten Stahlsorten umfassen auch weiche Komponenten, so dass Oxidation durch Sauerstoffmolekühle schnell zu Rost führen kann. Deshalb gibt es grundsätzliche Tipps, um dieses Korrodieren soweit wir möglich zu vermeiden.

Hier nun die einzelnen Schritte zur regelmäßigen Pflege Ihrer Waffe:

  1. Tragen Sie auch bei der Pflege feine Baumwollhandschuhe und reinigen Sie die Klinge zunächst mit einem sauberen Tuch (kleines Mustertuch liegt im Pflegeset bei, neue 3 M-Reinigungstücher haben sich auch bewährt!). Ziehen Sie dabei beide Klingenseiten von der Parierstange zur Spitze hin mit dem Tuch in der rechten Hand, nur in dieser einen Richtung ab. Mit links halten Sie die Waffe am Griff, mit der Spitze vom Körper wegweisend.
  2. Wenn nötig und zur Entfernung alter Ölrückstände gewünscht, können Sie nun mit dem Pulverklöpfel etwas Klingenpulver auftragen, immer auf die flachen Klingenseiten und eher sparsam.
  3. Mit dem im Pflegeset beiliegenden Reispapier ziehen Sie nun das mit Ölrückständen gesättigte Pulver, wie bei der Grundreinigung, von der Parierstange zur Spitze hin ab.
  4. Nun wird ein ganz klein wenig Klingenöl auf beide Klingenseiten aufgebracht. Verwenden Sie nie zu viel Öl, gehen Sie tröpfchenweise vor, so dass nur ein ganz dünner Ölfilm entsteht.
  5. Über die Intervalle zu dieser Pflege gibt es je nach Klima unterschiedliche Angaben: Je feuchter die Umgebung, desto öfter die Pflege. Bei in luftdichten Glasschaukästen aufbewahrten Klingen kann dies natürlich entsprechend verzögert werden. Auf jeden Fall ist die Pflege nach jedem Üben mit der Waffe notwendig. Tun Sie dies in entsprechender Atmosphäre, mit Übungspartnern und in aller Ruhe. Führen Sie angenehme Gespräche über die Kunst und trinken Sie dazu einen schönen Grünen Tee aus dem Taiwanischen Hochland.

 

Waffenpflege
Bild: Bohn-Wu International Trading Co.

In feiner Holzschachtel enthalten:

 

Quelle: Bohn-Wu International Trading Co. (nancl.myweb.hinet.net)

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