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Jian - Das chinesische Schwert - Die 4 Haupttechniken

Aufgrund der Bauart des Schwertes werden 4 verschiedene Arten der Anwendung unterschieden. Jede dieser 4 Haupttechniken verwendet einen bestimmten Teil des Schwertes. Sämtliche Schwerttechniken können diesen 4 Haupttechniken zugeordnet werden.

Jian - Die 4 Haupttechniken:

Jian - Stossen Stoßen, Stechen
Verwendet die Spitze gerade zum Ziel und nicht in einem Winkel, da sonst das Schwert verbiegt oder bricht.
Jian - Schnitt mit Spitze Schnitt, schneiden mit Schwertspitze
Schneller kurzer Schnitt mit der sehr scharfen Spitze des Schwertes. Spitze plus ca. 2,5 cm.
Jian - Schneiden Schneiden
Verwendet ca. das obere, geschärfte Drittel der Klinge und muss ein Ziel im 90 Grad Winkel treffen, der starken Richtung des Schwertes.
Jian - Parieren Parieren, Aufnehmen
Verwendet ca. die unteren, weniger bis kaum geschärften 2/3 der Klinge.

Die 4 Haupttechniken können noch in weitere 13 Techniken unterteilt werden. Die Zahl 13 wird in den chinesischen Kampfkünsten oft verwendet und lässt sich wahrscheinlich aus der chinesischen Philosophie herleiten (5 Elemente und 8 Trigramme des I Ching). Die folgende Auflistung stammt aus der Schwertkunst des Chen Stil Taijiquan.

Stoßen, Stechen

  1. ci – 刺 - ebener oder aufwärts gerichteter Stoß

  2. zha - 扎 - abwärts gerichteter Stoß

Schnitt, schneiden mit der Schwertspitze

  3. dian - 点 - Handgelenk schnellen, um in jede Richtung zu schlagen

Schneiden

  4. pi - 劈 - spalten

  5. sao - 扫 - horizontales kreisförmiges Schneiden

  6. mo - 抹 - ebener waagrechter oder schräger aufwärts gerichteter Schnitt

Parieren, Aufnehmen

  7. liao - 撩 - kreisförmige Ablenkung mit aufgerichteter Spitze

  8. gua - 挂 - blockieren

  9. tui - 推 - drücken

  10. tuo - 托 - aufwärts drücken

  11. jia - 架 - gegnerische Waffe über Kopf heben

  12. jie - 截 - abfangen

  13. hua - 化 - kreisförmiges neutralisieren und schlagen


Beim Ausführen der einzelnen Techniken sollte gelernt werden, wie das Schwert so exakt zu bewegen ist, daß jede Sektion des Schwertes in die beabsichtigte Richtung zeigt. Wenn das Schwert nicht korrekt ausgerichtet ist, wird es verbiegen oder sogar brechen, ohne den Gegner zu verletzen.

Durch die Form des Schwertes spielen Handgelenk und Handfläche eine wichtige Rolle beim Bewegen des Schwertes in die richtige Position. Man kann den Schwertgriff nicht fest mit dem Zeigefinger halten, da sonst andere Bereiche der Handfläche nicht zum verändern der Schwertposition verwendet werden können.

Da das Schwert nicht sehr stark ist, kann man es nicht so fest halten wie den Säbel. Die Schwäche des Schwertes (Biege- und Bruchgefahr sowie zwei Schneiden) ist eigentlich seine Stärke, welche dem Schwertkämpfer erlaubt, die Waffe leicht zu drehen und die 3 Richtungen des Schwertes (Spitze und zwei Schneiden) für den Angriff zu verwenden. Wenn wir uns drehen, springen, beugen und unsere Schwertbewegungen mit ausgezeichneter Beinarbeit verbinden, können wir die Kraft der gegnerischen Waffe umgehen. Die angewandte Technik wird dann für den Gegner überraschender und damit effektiver im Kampf. In China heisst es, das zweischneidige Schwert repräsentiert den Drachen und der Säbel wird symbolisiert durch den Tiger. Es heisst ausserdem, bei Schwerttechniken sollte man den Zusammenprall mit der gegnerischen Waffe vermeiden und direkt den Gegner angreifen und verletzen.

Um den Gegner zu treffen, müssen Ziele wie Hand-, Fußgelenk und Knie angegriffen werden. Beim Durchschneiden der Sehnen wird der Gegner zu Boden gehen oder die Waffe fallen lassen. Da hartes Blocken mit dem geraden Schwert nicht möglich ist, wird Ausweichen und Schlagen zu o.g. verwundbaren Stellen empfohlen. Das Handgelenk ist das nächste zu treffende Ziel und der Gegner hält die Waffe an dieser Stelle. Treffer am Knie oder Fußgelenk werden die Beweglichkeit des Gegners sofort behindern.

Wenn man ausweicht und Handgelenk, etc. angreift, wird dies meist als „Dreiecksprinzip“ bezeichnet.

Wenn man die 4 Haupttechniken versteht, wird klar, warum nur der vordere Teil der Klinge sehr geschärft wird. Der restliche Teil der Klinge wird auch zum Parieren verwendet. Im Chen Stil Taiji Quan gibt es eine spezielle Schwertanwendung die „hua“ genannt wird. Dies bedeutet Aufnehmen und Neutralisieren bei Kontakt mit dem gegnerischen Schwert und dann zurückgehen auf den Körper des Gegners zu verschiedenen Trefferflächen. Klebende Schwert Übungen werden verwendet, um diese Fertigkeit zu entwickeln.

Wir üben diese Waffe auch, um große Gelenke wie Hüfte und Schultern zu lockern. Gelenke, die nicht entspannt sind, führen zu schlechter Körperkoordination und verstärken dadurch Fehler in der Schwerttechnik. Die Waffe ist eine Erweiterung der leeren Hand und zeigt deshalb die Art und Weise des waffenlosen Stils des Übenden.


Jian - Griff

Das Schwert greifen
Beim Greifen/Halten der Waffe sollten Zeigefinger und Daumen nicht zu fest zudrücken. Hält man den Zeigefinger entspannt, kann man die Handfläche in verschiedene Stellungen drehen.



Das Jian ist eine der reichsten Informationsquellen über Waffen. Wenn wir diese Waffe gut anwenden können, werden wir verstehen, daß Form und Konstruktion einer Waffe bestimmen, was mit dieser Waffe getan werden kann. Wir können also irgendeine Waffe nehmen und haben ein besseres Verständnis über ihren Gebrauch und Zweck.

Quellen

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